© Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

Die ELNA 184 DME in KranichsteinDie Lokomotiven der einzelnen Privatbahnen wurden urspr√ľnglich nach deren besonderen W√ľnschen entwickelt und gebaut. Um gr√∂√üere Bestellzahlen und damit g√ľnstigere Kaufpreise f√ľr Lokomotiven zu erhalten, fanden sich ab 1920 Vertreter der Lokomotiv-Industrie und der Privatbahnen im Engeren-Lokomotiven-Normen-Ausschu√ü (ELNA) zusammen und entwickelten ein ELNA-Lokomotivtypenprogramm mit sechs unterschiedlichen Bauarten, die nach einheitlichen Grunds√§tzen konstruiert waren und sich technisch an den einfachen Betriebsverh√§ltnissen der Privatbahnen orientierten.

Die Deutsche-Eisenbahn-Gesellschaft (DEG) hatte die Betriebsf√ľhrung und Verwaltung vieler Privatbahnen in Deutschland zentral √ľbernommen, ohne selbst eine eigene Strecke zu betreiben. Trotzdem besa√ü die DEG immer einige Triebfahrzeuge, die mietweise auf verschiedenen Privatbahnen eingesetzt wurden. Dazu z√§hlte auch die Dampflokomotive 184 DEG, die dem ELNA-Typ 6 entspricht, der schwersten dieser genormten Bauarten. Ihr Bau wurde bereits w√§hrend des Zweiten Weltkrieges begonnen, da die ELNA 6 als Kriegsdampfloktyp KDL 4 w√§hrend des Krieges gebaut werden durfte.

Fertigstellung und Auslieferung verz√∂gerten sich aber bis 1946, sodass sie am 10.5.1946 in Dienst gestellt wurde. Die DEG hatte zuerst die Betriebsnummer 1 f√ľr diese Lokomotive vorgesehen, sie erhielt dann aber die Betriebsnummer 203, und erst als das Nummernschema der DEG 1956 ge√§ndert wurde, erhielt sie zum 01.01.1961 ihre heutige Nummer 184.

Zuerst wurde die Lokomotive in Bremen auf der Farge-Vegesacker Eisenbahn eingesetzt, an die sie von der DEG vermietet war. Unterbrochen wurde diese Zeit von kurzen Eins√§tzen auf der Kleinbahn Bremen-Thedinghausen, bis sie im Oktober 1965 dort beim Bw Leeste fest stationiert wurde. Im Mai 1967 wurde sie zur Rinteln-Stadthagener-Eisenbahn versetzt, wo sie als Reservelok nur selten Dienst tat. Als sie 1972 zur gesetzlichen Untersuchung anstand, musterte man sie aus, da die Dampflokunterhaltung aufgegeben werden sollte. Sie war als Reservelok seit ihrer Indienststellung nur rund 160.000 km gelaufen und befand sich in einem guten Zustand, sodass sie 1972 vom Museumsbahn e.V. gekauft wurde, um f√ľr historische Fahrten weiter Verwendung zu finden. Sie z√§hlt gemeinsam mit 98 727 (und 98 812) zu den ersten Lokomotiven, die der Verein nach seiner Gr√ľndung 1970 erwarb. (Siehe hierzu auch die Historie des Eisenbahnmuseums)

Technische Daten

Bauart D h2t
Höchstgeschwindigkeit 50 km/h
Kuppelraddurchmesser 1 100 mm
Dienstgewicht 53,6 t
L√§nge √ľber Puffer 10 080 mm
Leistung 715 PS
Kohlenvorrat 1,85 t
Wasservorrat 8 m3
Dampfdruck 12 bar
Rostfläche 1,86 m2
Verdampfungsheizfläche 88,9 m2
Zylinderdurchmesser 520 mm
Steuerungsbauart Heusinger
Hersteller Henschel, Kassel
Baujahr 1946
Fabrik-Nr. 25 657