© Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

56 3007Die L├╝beck-B├╝chener Eisenbahn war mit einem Streckennetz von ├╝ber 160 km L├Ąnge die letzte gro├če deutsche Privatbahn vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie bew├Ąltigte zwischen Hamburg, L├╝beck, B├╝chen und Travem├╝nde den gesamten Eisenbahnverkehr. F├╝r den schweren G├╝terzugverkehr beschaffte die Bahn zwischen 1923 und 1929 insgesamt acht G├╝terzuglokomotiven, die in Anlehnung an die preu├čische Gattung G 8.2 von Linke-Hoffmann-Busch in Breslau gebaut wurden.

Um diese Lokomotiven auch im Personenverkehr einsetzen zu k├Ânnen, wurden nachtr├Ąglich Umbauten an Laufwerk und Bremse vorgenommen, die eine Erh├Âhung der h├Âchsten zul├Ąssigen Geschwindigkeit von 65 auf 75 km/h gestattete. Die 56 3007 wurde 1929 an die LBE geliefert und dort mit der Betriebsnummer 97 in L├╝beck in Dienst gestellt. Am 01.01.1938 wurde die LBE verstaatlicht und von der Deutschen Reichsbahn ├╝bernommen. Dabei erhielt die Lok die Betriebsnummer 56 3007, blieb aber weiter zun├Ąchst in L├╝beck stationiert. Im Januar 1942 wurde sie zum Einsatz in die besetzten Ostgebiete beordert und erhielt deshalb an den Armaturen einen K├Ąlteschutz. Parallel dazu wurde die Kolbenspeisepumpe mit dem Vorw├Ąrmer ausgebaut und durch eine zweite Dampfstrahlpumpe ersetzt, die sich gesch├╝tzt im F├╝hrerstand befindet. So ausger├╝stet, wurde sie dem Bw Zdolbunow zugeteilt. Als die Kriegslokomotiven der Baureihe 52 vermehrt zur Verf├╝gung standen, wurde sie im Dezember 1943 ins Reichsgebiet zur├╝ckgebracht und in Rostock beheimatet. Im M├Ąrz 1944 wurde sie von dort in das Bw Neubrandenburg abgegeben. Nach einer Ausbesserung im AW Bremen war sie Anfang 1945 noch in Hamburg-Harburg und Bochum-Langendreer im Einsatz. Genaue Einsatzdaten aus den Wirren des Kriegsendes fehlen. Ab Dezember 1945 war die Lokomotive dann beim Bw Bonn bis zum 30.10.1950 im Dienst, unterbrochen von einem Jahr Einsatz im Bw Euskirchen. Dann wurde die 56 3007 von der Deutschen Bundesbahn an den Eschweiler Bergwerksverein verkauft, der die Lokomotive 1951, nach einer Ausbesserung bei den Hessischen Industriewerken in Wetzlar in der Kohlengrube Carl-Alexander in Baesweiler mit der Betriebsnummer 4 einsetzte. Als diese Grube 1975 geschlossen wurde, ├╝bernahm der Museumsbahn e.V. die Lokomotive wieder unter ihrer Reichsbahn-Nummer 56 3007. Bis zu diesem Zeitpunkt legte die Lokomotive eine Strecke von 1,04 Millionen Kilometer zur├╝ck.

Technische Daten

Bauart 1'D h2
H├Âchstgeschwindigkeit 75 km/h (r├╝ckw├Ąrts 50 km/h)
Kuppelraddurchmesser 1 400 mm
Dienstgewicht 113,9 t
L├Ąnge ├╝ber Puffer 18 645 mm
Leistung 1 390 PS
Kohlenvorrat 7 t
Wasservorrat 16,5 m3
Dampfdruck 14 bar
Rostfl├Ąche 2,626 m2
Verdampfungsheizfl├Ąche 148,8 m2
Zylinderdurchmesser 620 mm
Steuerungsbauart Heusinger
Hersteller Linke-Hoffmann-Busch, Breslau
Baujahr 1929
Fabrik-Nr. 3128