Das traditionelle Dampflokfest der Bahnwelt Darmstadt-Kranichstein war auch in diesem Jahr ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Eisenbahnmuseums. Trotz des verregneten Sonntags lagen die Besucherzahlen nur leicht unter denen der Vorjahre. Das abwechslungsreiche Programm, die gute kulinarische Versorgung und vor allem das große Engagement der insgesamt 73 ehrenamtlich Tätigen sorgten dafür, dass die Veranstaltung erneut zu einem besonderen Erlebnis für Eisenbahnfreunde und Familien wurde.
Im Mittelpunkt stand einmal mehr das Konzept eines „Museums in Betrieb“: Auf dem weitläufigen Museumsgelände wurden drei Dampflokomotiven präsentiert, darunter als diesjährige Gastlok die TKt48 der Museumseisenbahn Hanau. Ergänzt wurde die eindrucksvolle Fahrzeugschau durch zahlreiche Diesel- und Elektrolokomotiven sowie kleinere Schienenfahrzeuge. Auf der Drehscheibe und den Zufahrtsgleisen zur Wagenhalle wechselten die Fahrzeuge ihre Positionen und boten den Besucherinnen und Besuchern immer wieder neue Perspektiven auf die historische Eisenbahntechnik.
Auch abseits der großen Lokomotiven gab es viel zu entdecken. Führungen durch die Wagenhalle und unter dem Titel „Lok von unten“ ermöglichten spannende Einblicke in die Technik der Fahrzeuge. Bei den Vorführungen der historischen Schmiede und des Culemeyer-Systems wurde anschaulich, wie vielseitig die Arbeit rund um die Eisenbahn einst war. Darüber hinaus luden die geöffneten Ausstellungsräume dazu ein, die Geschichte der Eisenbahn aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenzulernen.
Ein besonderer Höhepunkt war die erstmalige Präsentation eines Neuzugangs der Fahrzeugsammlung, eines Breuer-Rangiertraktors, den die Bahnwelt aus Italien übernehmen konnte. Das Fahrzeug geht auf eine Konstruktion der ehemaligen Breuer-Werke in Frankfurt-Höchst zurück und wurde später auch in Lizenz im Ausland gefertigt. Pünktlich zum Dampflokfest konnte der Traktor den Besucherinnen und Besuchern vorgestellt werden – eine willkommene Bereicherung der Sammlung und ein weiteres Beispiel für die Vielfalt historischer Rangiertechnik.
Die „Blaue Stunde“ – Eisenbahnromantik im Dämmerlicht
Bereits am Vorabend des Dampflokfestes stand mit der „Blauen Stunde“ ein ganz besonderes Angebot auf dem Programm. Die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartete eine außergewöhnliche Atmosphäre auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks. Im schwindenden Tageslicht und bis weit in die Dunkelheit hinein wurden die Lokomotiven in wechselnden Zusammenstellungen auf der Drehscheibe und den Zufahrtsgleisen zur Wagenhalle vor der authentischen Kulisse der historischen Anlagen präsentiert.
Die Rangier- und Lokmannschaften hatten keine Mühe gescheut, die Fahrzeuge für die Fotografen immer wieder neu in Szene zu setzen. Rauch, Licht und die besondere Stimmung des alten Bahnbetriebswerks ließen die Eisenbahnwelt vergangener Tage eindrucksvoll wiederaufleben. Für die Fotografinnen und Fotografen bot sich damit eine Fülle außergewöhnlicher Motive. Bis zur letzten Minute um 23 Uhr wurde die Gelegenheit genutzt, diese besondere Atmosphäre im Bild festzuhalten.
Die große Nachfrage zeigt, dass sich die „Blaue Stunde“ inzwischen als eigenständiger Höhepunkt im Veranstaltungskalender etabliert hat: Die begrenzten Eintrittskarten waren bereits kurze Zeit nach Freigabe der Buchung vergriffen.
Ein Fest, das vom Ehrenamt lebt
Ein solches Veranstaltungswochenende wäre ohne den Einsatz zahlreicher engagierter Menschen nicht möglich. Die vielen ehrenamtlich Tätigen sorgten dafür, dass trotz des wechselhaften Wetters ein abwechslungsreiches Programm, eindrucksvolle Fahrzeugpräsentationen und eine gute Versorgung der Gäste gewährleistet waren.
Unser herzlicher Dank gilt daher allen Helferinnen und Helfern sowie den befreundeten Vereinen, die uns bei der Durchführung des Dampflokfestes unterstützt haben. Ein besonderer Dank geht an die Kolleginnen und Kollegen der Museumseisenbahn Hanau, die mit der Gastlok TKt48 einen wichtigen Beitrag zum diesjährigen Fest geleistet haben.
Das Dampflokfest hat einmal mehr gezeigt, was die Bahnwelt Darmstadt-Kranichstein auszeichnet: historische Eisenbahntechnik nicht nur auszustellen, sondern sie lebendig und für alle Generationen erlebbar zu machen. Wir freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen und darauf, gemeinsam mit unseren Partnern und Gästen die Faszination Eisenbahn weiterzutragen.