© Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

Das Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein hat gleich zu Jahresbeginn 2021 zwei Freunde und Mitarbeiter verloren, die sich schon seit den ersten Jahren fĂŒr das Museum eingesetzt hatten.

Am 03.01.2021 verstarb Wolfgang Diener im Alter von 76 Jahren. Schon gleich nach der GrĂŒndung des Vereins Museumsbahn in Darmstadt kamen er und sein Bruder als Mitglieder hinzu. Bereits in den ersten Jahren des Vereins, als der Traum von einem eigenen Museum noch Utopie war, hatte er einen großen Wissensschatz zu allen Wagen und Fahrzeugen. Damals standen solche Informationen noch lĂ€ngst nicht im heutigen Umfang zur VerfĂŒgung. Quellen wie bei Google, Wikipedia usw. waren nicht vorstellbar. Mit seinem Wissen nahm er nicht nur Modellbahnfahrzeuge kritisch unter die Lupe sondern half auch mit, historische Fahrzeuge bezĂŒglich Bauarten, Farben und Beschriftungen richtig zuzuordnen, so dass sein Ruf schon bald weit ĂŒber Darmstadt hinaus bekannt war. Waren irgendwelche Fragen zu klĂ€ren hieß es respektvoll: Frage doch mal den Diener, – den Wagenpapst! Auch ausgefallene Anforderungen konnte er erfĂŒllen. So war er es, der im Auftrag des Eisenbahnmuseums fĂŒr den populĂ€ren Bananenwagen vor der EuropĂ€ischen Zentralbank des Frankfurter Mainufers die Beschriftungsvorlage lieferte, - exakt den frĂŒhen sechziger Jahren entsprechend. Damit soll an die frĂŒhere Großmarkthalle erinnert werden wo solche Wagen tĂ€glich rangiert wurden.

Er hinterlĂ€sst eine LĂŒcke in der gesamten Szene der historischen Eisenbahnen und wir werden uns immer ehrend an ihn erinnern.


Am 19.01.2021 trat auch Wolfgang Löckel nach kurzer Krankheit im Alter von 67 Jahren seine letzte Reise an. Wolfgang kam schon als junger Mann von 20 Jahren 1973 zum Museumsbahn e.V. und begeisterte mit seinen DiavortrĂ€gen ĂŒber die letzten Einsatzgebiete der Dampflokomotiven. Er kannte wohl rund um Lauda jeden Kilometerstein, seine Bilder enthielten zahlreiche Details und besonders gerne machte er auf die noch vorhandenen Telegrafenmasten oder Bahnsteiglaternen aufmerksam.

Er war nicht nur begeisterter Fotograf, der spĂ€ter bei jeder Sonderzugfahrt anzutreffen war, sondern beteiligte sich auch aktiv an deren Vorbereitung und DurchfĂŒhrung. Schon lange Berufseisenbahner gehörte er zum Vorbereitungsteam der legendĂ€ren Paraden und SonderzĂŒge zum 150 jĂ€hrigen JubilĂ€um in NĂŒrnberg 1985 und trieb dabei fĂŒr die MuseumszĂŒge noch so manchen historischen Wagen auf. Und es gelang ihm, den einen oder anderen davon nach der Ausmusterung fĂŒr unser Eisenbahnmuseum in Darmstadt zu ĂŒbernehmen. Als Vorstandsmitglied des TrĂ€gervereins war er in den Zeiten des Dampflokverbots bei der DB immer auf der Suche nach geeigneten Privatbahnstrecken wo dieses Verbot nicht galt. Als nach der Wende dieses Verbot aufgehoben wurde und auch der umfangreiche historische Lok- und Wagenpark der DR zur VerfĂŒgung stand, blĂŒhte Wolfgang richtig auf und organisierte deutschlandweit SonderzĂŒge mit Dampfloks. Auch als die neue DB AG dann mit diesen und von privaten TrĂ€gern angemieteten Fahrzeugen selbst regulĂ€re MuseumszĂŒge anbot, war er dabei und kĂŒmmerte sich um so manche HĂŒrde bei der Zulassung der historischen Wagen: Stichwort TĂŒrsicherung bei Plattformwagen. 

Inzwischen avancierte er auch zum Buchautor, mehrere hervorragende BildbÀnde zu regionalen Eisenbahngeschichten sind von ihm erschienen, wobei er besonders liebevoll seine kurpfÀlzische Heimat betrachtete. In seiner Wohnung im ehemaligen Bahnhof von Ladenburg hatte er umfangreiche Bilder und Dokumentensammlungen.

Als Botschafter der Stiftung Deutsche Eisenbahn (SDE) hielt er den Kontakt zu den Mitgliedern und konnte oft bei unterschiedlichen Auffassungen vermittelnd tÀtig werden.

Es wĂ€re fĂŒr Wolfgang noch viel zu tun gewesen, er hatte noch zahlreiche Projekte auf seinem Plan. Umso schmerzlicher ist die LĂŒcke, die er hinterlĂ€sst. Sein Name und sein Wirken werden unvergessen bleiben.

In stiller Trauer

Die Mitglieder des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein