© Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein

Dampfspeicherlok F├╝r den Rangierdienst in chemischen Werken und feuergef├Ąhrdeten Bereichen ben├Âtigt man Lokomotiven, von denen keine Brandgefahr ausgehen darf. Diese Gew├Ąhr kann nur eine feuerlose Lokomotive erf├╝llen. Als es noch keine explosionsgesch├╝tzten Diesellokomotiven gab, wurden daher feuerlose Dampflokomotiven entwickelt. Diese besitzen einen gro├čen Kessel als Dampfspeicher und ein normales Dampfloktriebwerk. In einer ortsfesten Dampferzeugungsanlage, die sich au├čerhalb des gef├Ąhrdeten Bezirkes befindet, wird der Dampfspeicher der Lokomotive mit Dampf gef├╝llt, der es der Lokomotive erlaubt, eine begrenzte Zeit unabh├Ąngig zu fahren, bis der verbrauchte Dampf wieder aufgef├╝llt werden muss. Der Dampfspeicher ist zu etwa 3/4 H├Âhe mit hei├čem Wasser gef├╝llt, dem dann der Dampf mit einem Druck von bis zu 12 bar zugef├╝hrt wird. Da w├Ąhrend des Betriebes durch die Dampfentnahme laufend der Druck im Kessel absinkt, wird aus dem hei├čen Wasser st├Ąndig Dampf nachverdampft. Dies erlaubt der Lokomotive eine weitaus l├Ąngere Betriebsdauer zwischen zwei F├╝llungen, als wenn der Kessel nur mit Dampf gef├╝llt w├╝rde.

Die Lokomotive Nr. 13 wurde 1911 bei der BASF im Werk Ludwigshafen mit dem Beinamen "Olga" in Betrieb genommen. Bei ihr handelte es sich um eine der kleinsten Dampfspeicherlokomotiven. Ihre beiden Antriebszylinder befinden sich innerhalb des Rahmens unter dem F├╝hrerhaus. Die Treibstangen wirken auf die erste Achse, die als doppelte Kropfachse ausgebildet ist. Der Abdampf der Zylinder wird in einem Rohr das im F├╝hrerhaus bis zum Dach hoch gef├╝hrt ist, nach oben ins Freie geleitet. Die Lokomotive kann mit einer Dampff├╝llung etwa 6 Stunden lang leichten Rangierdienst leisten.

Als die Lokomotive f├╝r den schweren Rangierdienst im BASF-Werk zu klein wurde, verkaufte man sie 1932 an das benachbarte Chemie-Werk Raschig in Ludwigshafen. F├╝r den dortigen Betrieb reichte ihre Leistung noch v├Âllig aus, sodass sie bis 1975 im Einsatz blieb. In diesem Jahr wurde sie durch eine andere Dampfspeicherlokomotive abgel├Âst. Bis 1977 war sie noch als Reserve abgestellt und wurde dann von der Raschig GmbH dem Eisenbahnmuseum als Spende ├╝berlassen. Anfang 1978 wurde sie auf einem Tieflader der US-Army von Ludwigshafen nach Darmstadt transportiert.

Technische Daten

Bauart B 2 fl
H├Âchstgeschwindigkeit 25 km/h
Kuppelraddurchmesser 850 mm
Dienstgewicht 23,5 t
L├Ąnge ├╝ber Puffer 6150 mm
Leistung (bei 12 bar) 200 PS
Dampfdruck 12 bar
Zylinderdurchmesser 270 mm
Wasserraum des Kessels 8,5 m3
Steuerungsbauart Joy
Hersteller AG f├╝r Lokomotivbau Hohenzollern, D├╝sseldorf
Baujahr 1911
Fabrik-Nr. 279